tsu: Facebook-Konkurrent beteiligt User an Werbeeinnahmen

Wer möchte nicht an den Milliardenumsätzen beteiligt sein, die Social Media Plattformen wie Facebook, Youtube und Co. jedes Jahr einnehmen. Immerhin sind das Nutzungsverhalten sowie die Profildaten der User die Grundlage für das Targeting und somit dem Werbeerfolg.

So unwahrscheinlich es klingt, aber ein neues soziales Netzwerk namens „tsu“ verspricht genau so ein Belohnungssystem: Für jeden Beitrag bekommt man, je nach Reichweite, einen gewissen Betrag gutgeschrieben. Klingt verlockend, aber wer und was steckt dahinter?

tsu: Dein Content und Dein Publikum gehören Dir

tsu (wird „Sue“ ausgesprochen) ist ein kostenloses soziales Netzwerk und bezeichnet sich selbst als „free social media payment platform“. Im Gegensatz zu manch anderer neuen Plattform wie „ello“ gibt es ein klares Geschäftsmodell in Form definierter Werbeplätze (Banner). Das Versprechen von tsu: Jeder User kann, abhängig von der eigenen Reichweite, an den Werbeeinnahmen mitverdienen, man wird also dafür bezahlt, Inhalte zu veröffentlichen und zu verbreiten. Von den gesamten Werbeeinnahmen verteilt tsu rund 90 Prozent an die User und behält 10 Prozent für sich. Für hohe Werbeeinnahmen werden natürlich viele aktive User benötigt. Wer als User wiederum viele Einnahmen haben möchte, braucht eine hohe Reichweite und wird daher viele Freunde dazu bewegen, sich zu registrieren.

Wie registriert man sich bei tsu und knüpft Kontakte

Im Gegensatz zu Facebook gibt es keinen gewöhnlichen Anmeldeprozess, wo sich jeder mittels Eingabe von E-Mail-Adresse und Basisdaten selbständig registrieren kann. Auf tsu kann man sich nur anmelden, wenn man eine Vanity-URL z. B. http://www.tsu.co/karimbannour eines bereits registrierten Users kennt und diese bei der Anmeldung angibt.

Das Profil bzw. der Newsfeed sind ähnlich aufgebaut wie auf Facebook und gefallen mir persönlich sehr gut, auch wenn die grüne Farbe gewöhnungsbedürftig ist. Man kann Texte, Links und Fotos posten, und Postings von Kontakten liken oder kommentieren, also gewöhnliche Social Network-Features.

tsu-Newsfeed

Neben dem „Feed“ gibt es viele aus Facebook bekannte Profil-Funktionen: Notifications, Nachrichten, Freundesliste (Family Tree genannt), usw. Neu hingegen sind einerseits ein eigener Analytics-Bereich, wo man sieht wieviele Views, Likes oder Comments man bei seinen Beiträgen erhalten hat (auf Facebook nur für Unternehmensseiten verfügbar). Andererseits gibt es den Menüpunkt „Bank“, wo man die bisher generierten Einnahmen mit dem eigenen Profil einsehen kann.

Geschäftsmodell: Fragwürdig oder fair?

Die Idee der Partizipation der User an den Werbeeinnahmen von tsu ist zweischneidig: Während der Ansatz, die User am Werbeumsatz zu beteiligen, durchaus fair und interessant ist, stellt es den Grundgedanken von Social Media in Frage: In sozialen Medien geht es um das Teilen von relevanten Informationen mit Freunden und Bekannten, ohne finanzielle Hintergedanken (meistens zumindest). Wenn jetzt jeder User dafür belohnt wird, so viel wie möglich zu posten und eine maximale Reichweite zu erreichen, könnte die Qualität der Inhalte und der Verbindungen massiv darunter leiden. Das bleibt zu beobachten.

Fazit: tsu ist ein interessanter Ansatz und wirkt optisch und funktional recht ansprechend und bereits sehr ausgereift. Wer sich auf tsu registrieren möchte, darf natürlich gerne meinen Family Tree erweitern und meine URL verwenden: http://www.tsu.co/karimbannour

Wie steht ihr zu dem Ansatz von tsu?

Karim-Patrick Bannour

Mag. Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur viermalvier.at und gemeinsam mit Anne Grabs derAutor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" (erschienen bei Galileo Press). Er hält zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen oder für Organisationen wie WKO, WIFI und ÖHV.

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