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Social Media Trends 2017

Chatbots, Drohnen-Videos, Instagram Stories, Fake-News, All-in-one-Apps,  Livestreaming oder die zahllosen Influencer auf Instagram, Snapchat & Blogs – 2017 ist in der Social Media Welt richtig viel los. Was uns im neuen Jahr bevorsteht und warum man nach China blicken muss um die Zukunft von Social Media verstehen zu können, könnt ihr hier in den Social Media Trends für 2017 nachlesen.

Trend #1

Videos

Das oberste Ziel von Facebook ist, seine User auf der Plattform zu behalten. Dies will das Unternehmen mit einer Reihe von Innovationen umsetzen.

Videos wurden bereits jetzt im Newsfeed bevorzugt und besser ausgespielt, 2017 wird Video-Content noch relevanter. Er lässt sich in drei Bereiche unterteilen:

  • Erstellen und Teilen von Videos
  • Erstellen und Teilen von Live-Videos (Live-Streaming)
  • (Exklusive) Nachrichten-Videos in Zusammenarbeit mit Medienunternehmen (Live-Broadcasting)

Die Anzahl der Live-Videos auf Facebook ist seit Mai 2016 um das vierfache gestiegen. Live-Videos haben im Moment die besten Interaktionsraten. Facebook ist massiv daran interessiert dies auszubauen und testet gerade neue Features wie eine neue Kamera mit Funktionen ähnlich den Snapchat-Filtern, will aber auch Kooperationen mit z.B. großen Medienhäusern eingehen, um exklusiven Content zur Verfügung zu stellen. So soll es exklusiven Live-Content von Medienunternehmen auf Facebook geben. Ob diese sich darauf einlassen ist fraglich, in jedem Fall kann Facebook aber eine enorme Reichweite anbieten. Interessant zu beobachten war z.B. das Verhalten der US-Wähler während der Live-Präsidentschaftsdebatte von Hillary Clinton und Donald Trump im TV, die auch via Live-Streaming übertragen wurden. Mehr dazu hier!

 

Trend #2

Facebook am TV-Screen

Unter dem Stichwort „Viewing and discussing“ will Facebook auch die Multiple-Screen-Nutzung weiterentwickeln. So testet man gerade ein Feature, wodurch man mit einem Klick ein Video vom Smartphone bequem am TV-Gerät ansehen kann und zeitgleich via Smartphone darauf reagiert (als Like/Kommentar, etc). Obwohl lineares TV ohnehin aufgrund der vielfältigen Streaming-Angebote von Anbietern wie Netflix, Amazon Prime oder Sky Go abnimmt, will Facebook via Chromecast und Apple TV eine Verbindung in unser Wohnzimmer (Fernseher) schaffen. Immerhin sind in vielen Wohnzimmer immer noch TV-Geräte das zentrale Raumelement. (Vgl. Onlinemarketing.de, 2016)

2017 werden zudem noch mehr Streaming-Dienste aus dem Boden schießen und das klassische Fernsehen und Qualitätsmedien verdrängen. Streaming erreicht den Mainstream. Virtuelle Anbieter wie Sling oder Playstation Vue sind in den USA derzeit stark angesagt, aber auch Amazon ist eine echte Bedrohung für den klassischen TV-Markt. Aber es wird auch Regulierungen für die YouTubes dieser Welt brauchen. Vor allem die klassischen Qualitätsmedien orten Wettbewerbsnachteile.

Trend #3

360 Degrees Virtual Reality

Im Hinblick auf die Weiterentwicklung von Virtual Reality arbeitet Facebook auch an neuen Augmented Reality Elementen für Facebook Live, Instagram Stories und der neuen Facebook Kamera, die den Usern mehr Interaktion ermöglichen soll. Filme mit 360 Grad Perspektive (so wie Google’s Monster) werden schon bald Usus sein. Auch Microsoft präsentiert mit seiner HoloLens, die 3D Hologramme erlaubt, ein Augment Reality Tool mit Virtual Reality Elementen.

Virtual Reality wird 2017 den Einzug in die Marketing-Abteilungen schaffen und erreicht den Mainstream-Kunden, auch dank des Hypes rund um Pokémon Go. VR wird vor allem für Customer Experience und um die Interaktionsrate zu erhöhen, eingesetzt werden, zum Beispiel für Produkttests (Vgl. Haufe.de 2016).

Auch Drohnen werden 2017 verstärkt zum Einsatz kommen, unter dem Stichwort „Consumer Education“ werden sie vor allem für Immobilienprojekte oder aber auch im Tourismus verstärkt genutzt.

Trend #4

Chatbots & Artificial intelligence

Social Media goes Customer Service. Die Kommunikation zwischen Unternehmen und ihren Followern wird dank der Chatbots 2017 explodieren. Was in Asien mit WeChat längst Normalität ist, steckt hier bestenfalls in den Kinderschuhen.

Social vs. Chatbots

Man unterscheidet dabei zwei Arten von Bots, Socialbots und Chatbots. Socialbots werden oft unbekannterweise eingesetzt um z.B. Stimmung in sozialen Netzwerken zu beeinflussen. Man merkt dies nicht und hat wenig Möglichkeiten es zu verhindern. Chatbots haben eher Servicecharakter und informieren über Nachrichten, Wetter, Buchungen, Bestellungen oder Ähnliches. Hierzulande haben sich Socialbots einen schlechten Ruf durch ihren Einsatz bei den US-Wahlen gemacht. Auch beim Voting zum Brexit sollen Chatbots zum Einsatz gekommen sein.

Chatbots sind Programme, mit denen man sich unterhalten kann. Sie verstehen (mal mehr, mal weniger gut), was man ihnen sagt und geben sinngemäß Antworten. Auf der anderen Seite erledigen sie anhand der Angaben gewisse Aufgaben. Es handelt sich um Programme, die automatisiert mit Nutzern kommunizieren können. Stellen Sie sich vor, Sie können mit einem Unternehmen genau so kommunizieren wie mit Ihrem besten Freund oder Ihrer Familie, mit genau derselben Anwendung, die sie schon täglich benutzen. Genau darauf zielt Facebook mit seinem Messenger ab.

Chatbots assistieren Menschen im Alltag oder Beruf und erledigen eigenständig Aufgaben, für die bislang telefoniert oder durch Websites und Apps navigiert werden musste. Interessanter t3n Artikel: Wie Unternehmen Chatbots nutzen! (Vgl. t3n 2016)

 

Trend #5

All in one-App & Virality

In Zukunft werden wir nur mehr eine Smartphone-App für alle unsere Anwendungen am Smartphone benutzen. Es wird keine einzelnen Wetter-, Dating-, Shopping- oder Fotoapps mehr geben, sondern eine App die die Dienste von Amazon, Google, Facebook und Paypal verbindet. Schon jetzt zu beobachten: Die einzelnen Plattformen kopieren sich, wollen also alle die selben Dienste anbieten (Instagram kopiert von Snapchat).
Diese All in one-Apps sind für die User sehr praktisch, da sie die App nicht mehr verlassen müssen. Im selben Atemzug ist die App ein mächtiges Tool, da sie sehr viele persönliche Daten der Usern sammelt (interessant für die Werbewirtschaft) und so weiß wen man trifft, was man einkauft, wo man arbeitet, den Beziehungsstatus, das Einkommen, uvm. In China gibt es diese App bereits, WeChat. WeChat ist ein moderner Kommunikationshub den die Chinesen den ganzen Tag lang nutzen können, ja sogar mit WeChat in Offline-Shops bezahlen. Viele Chinesen haben nie einen stationären Computer bedient, sondern kennen das Internet nur am Smartphone. Ein Grund dafür, dass bereits die Hälfte aller Online-Einkäufe mobil passiert. (Vgl. Economist 2016)

 

Trend #6

Marketplace

Marketplace ist der digitale Marktplatz auf Facebook. Mit wenigen Klicks kann man Waren einstellen und verkaufen. Seit Oktober ist Marketplace in einigen englischsprachigen Ländern verfügbar, wird 2017 aber sicher weltweit ausgerollt. Was dann mit bis dato erfolgreichen Plattformen wie Willhaben.at & Co. passiert, bleibt fraglich.

Der neue Online-Marktplatz?

Der neue Online-Marktplatz?

Auch Amazon wird 2017 mit neuen Features seine Marktposition noch weiter ausbauen. Amazon Prime war erst der Anfang & noch dazu ein schlaues Tool zur Kundenbindung.

 

 

Trend #7

Thema Reichweite: Paid Content regiert die Social Media Welt

Es wird immer schwieriger mit organischem Content Traffic zu erzielen, denn Plattformen wie Facebook, Instagram oder Snapchat lösen sich von chronologischen Timeline-Updates. Bis vor wenigen Jahren war organische Reichweite mit gutem Content ohne Werbeausgaben zu erreichen, dies ist 2017 endgültig vorbei. Durch die Informationsflut auf den sozialen Netzwerken ist der Raum für Inhalte begrenzt. Um in den Newsfeeds zu erscheinen, muss meistens der entsprechende Preis gezahlt werden. Marken haben zwei Möglichkeiten darauf zu reagieren: Entweder sie bezahlen für Reichweite oder sie versuchen noch spezifischeren Content für ihre Zielgruppe zu produzieren. Das kann z.B. via Influencer Relations passieren. Letztendlich wird eine erfolgreiche Strategie allerdings auch Werbeausgaben an die entsprechenden Sozialen Netzwerke enthalten.

 

Trend #8

Influencer Relations & Shopable Content

Wer sind eigentlich diese Influencer? Diese Frage stellen sich auch 2017 viele Unternehmen. Die Kunst bei Influencer Relations ist, Produkte und Influencer so stimmig zueinander zu bringen, dass relevanter Inhalt für die Follower entsteht, ohne dabei aufdringlich zu werden. Wenn Leser Links und Produkttipps nicht als nervige Werbung empfinden, sondern als hilfreiche Hinweise wahrnehmen, kann man von erfolgreichem Influencer Marketing sprechen.

Diese Beziehungen, die zwischen Kunden und Influencer entstehen, sind auch ein Teil der neuen Customer Journey und deren Messbarkeit wird 2017 noch wichtiger (ROI). Die digitale Marketing- und Salesstrategie integriert verschiedene Kommunikationskanäle die zum Kauf führen. Auch Micro-Influencer werden 2017 wichtiger, also Personen die nicht Millionen von Followern haben, sondern mit ihrem Content eine kleine, relevante Zielgruppe bedienen.

Shoppable Content

„See it, click it, like it! Die Zukunft und Stärke des Onlinehandels liegt im Kontext, im Setting des Produkts“.

Das bedeutet, dass man Content so aufbereiten muss, dass man Kunden beim Lesen von Artikeln, beim Ansehen von Videos, Snaps, etc. abholt und sie Produkte die sie interessieren, mit einem einzigen Klick auf das Produkt kaufen können, ohne vorher auf die entsprechende Unternehmenswebsite zu gehen, sich einzuloggen oder gar einen Account zu erstellen.

Ein Klick und das Produkt ist auf Pinterest gekauft.

Ein Klick und das Produkt ist gekauft.

 

Content ist also das neue Einkaufszentrum, der Ort wo man sich zum Shoppen trifft. Beispiele dafür sind bereits Instagrams Like2buy oder die Buyable Pins auf Pinterest. Einen wirklich interessanten Artikel zum Thema „Shoppable Content“ findet gibt’s hier. Es stehen 2017 also große Veränderungen im E-Commerce bevor.

 

 

Welche Trends seht ihr für 2017? Diskutiert mit, ich freue mich über euren Input!

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl hat Kommunikationswissenschaften studiert und beschäftigt sich seit mehreren Jahren mit den Themen Onlinekommunikation und Social Media. Sie ist Geschäftsführerin der Social-Media-Agentur viermalvier.at und berichtet im Blog regelmäßig über aktuelle Themen zu Facebook, Instagram, Google+, Social Media und Video.
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1 Kommentar

  1. Das sind wirklich interessante Ansätze. Influencer Marketing ist gepaart mit passenden Inhalten tatsächlich sehr wertvoll. Leider übertreiben es brands damit und die Influencer selbst verlieren extrem an Glaubwürdigkeit. Hier eine gute Abstimmung zu finden ist eine echte Herausforderung. Außerdem gibt es halt viele Branchen, wo das einfach nicht zusammenpasst.

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