Pinterest – der neue Hype rund ums Teilen und Pinnen

Nur wenige andere Social Media Plattformen und Services haben in den letzten Jahren einen solchen Hype erlebt, wie es Pinterest gerade tut: Bereits jetzt durchbricht Pinterest etliche Schallmauern, was Nutzerzahlen, Traffic und Sharing von Inhalten betrifft. Manche sprechen bereits vom nächsten „Social Commerce“-Wunder. Doch bleiben wir mal am Boden und schauen wir uns an, was Pinterest wirklich ist und was dahinter steckt.

Einführung in Pinterest

Der Name „Pinterest“ dürfte aus der Verbindung der Wörter „Pinnen“ bzw. „Pinboard“ und „Interest“ entstanden sein. Pinterest ist eine relativ junge Plattform (etwas mehr als 2 Jahre alt): Es ist eine Art soziales Netzwerk, bei dem sich alles um das Erstellen und Teilen von Bilder- und Videosammlungen dreht. Solche Plattformen werden auch als Kurationsplattformen (digital curation siehe Wikipedia) bezeichnet.

Wie funktioniert Pinterest

Die Fotos, Grafiken oder Videos hat man entweder selbst erstellt, oder man findet passende und interessante Inhalte irgendwo im Web. Diese Inhalte werden auf einer Art virtuellen Pinnwand, unterteilt nach Themen und Interessen (Boards), gepinnt.

Zahlen, Daten, Fakten über Pinterest

Aktuell dürfte Pinterest über 12 Millionen registrierte User haben, mehrheitlich Frauen (laut comscore rund 70 % der User). Im deutschsprachigen Raum ist Pinterest noch nicht so beliebt wie in den USA, aber auch bei uns ist einiges an Potenzial vorhanden. Was beachtlich ist: Pinterest bringt mit seinen ca. 12 Millionen registrierten Usern laut einer Studie von Shareaholic mehr Traffic auf Online-Publisher-Websites als Twitter mit seinen über 200 Millionen registrierten Usern.

Wie Sie Pinterest nutzen können

Aktuell benötigt man für die Registrierung eines eigenen Accounts eine Einladung. Ohne Registrierung kann man zwar die Pinnwände anderer User ansehen und browsen, und nach bestimmten Themen und Interessen suchen, aber keine eigene Pinnwand kreieren oder Inhalte pinnen.

Pinterest Startseite

Wer über einen Account verfügt, kann nun eigene Themen-Pinnwände (Boards) kreieren und alles was man für die eigenen Boards interessant und relevant empfindet, auf das jeweilige Board pinnen. Am leichtesten geht das mit einem kleinen Browser-Bookmarklet: Ein Klick genügt, und dieses kleine Programm pinnt den Inhalt (genauer gesagt eine Kopie oder den Link dorthin) auf das Board.

Genauso kann man anderen Usern oder einzelnen Pinnwänden folgen. Somit erhält man, ähnlich dem Twitter-Follower-Prinzip, immer eine Info, wenn der User neue Inhalte pinnt. Genauso wie man auf Twitter einen Tweet „retweeten“, also an seine Follower weiterleiten kann, kann man auf Pinterest Inhalte „repinnen“. Die Mehrheit der geteilten Inhalte sind solche „Repins“. Das spricht einerseits für eine hohe Viralität, kann aber auch daran liegen, dass das Pinnen via Browser dem Einen oder Anderen vielleicht nicht so einfach gelingt.

Mein Board heißt „Social Media Infographics“ mit zahlreichen interessanten Infografiken und hat über 395 Follower (Link: http://pinterest.com/karimbannour/social-media-infographics/)

Pinterest Pinnwand Infografiken

Beispiele für Themenpinnwände auf Pinterest:

  • Infografiken
  • Kochrezepte
  • Fotos der Lieblingsurlaubsdestination
  • Bilder von Einrichtungsgegenständen oder kompletten Wohnungseinrichtungen
  • Produktbilder aus Mode und Lifestyle

Wie Unternehmen Pinterest nutzen können

Bevor Sie nun in aller Eile einen Pinterest-Account einrichten, empfehlen wir Ihnen, sich erst einmal privat zu registrieren und sich mit der Plattform auseinanderzusetzen und Funktionsweise und Nutzung durch die Community verstehen zu lernen.

Einige gute Beispiele von Unternehmen auf Pinterest sind aber schon zu finden. So hat beispielsweise die britische Fluglinie BMI (British Midland International) eine Pinterest Lottery veranstaltet. Auf ihrer Pinterest Seite Themen-Pinnwände für die fünf Destinationen Beirut, Dublin, Marrakesch, Moskau und Nizza mit Fotos bestückt und die Nutzer aufgerufen, bis zu 6 Bilder zu repinnen. Unter allen Re-Pins eines bestimmten, wöchentlich per Zufallsprinzip ausgewählten Bildes wurden wöchentlich Flüge verlost.

Pinterest BMI

Besonders hervorzuheben ist die Open Graph Integration von Pinterest in Facebook. Wer seinen Pinterest-Account mit seinem Facebook-Account verbindet, teilt jeden gepinnten Inhalt automatisch auf seiner Facebook-Timeline.

Wie Pinterest Geld verdienen möchte

Vor kurzem gab es einen mehr oder weniger lauten Aufschrei, als Pinterest für kurze Zeit hinter zahlreichen gepinnten Inhalten Links zu den dargestellten Produkten auf Amazon setzte, um so durch die Referrals Geld zu verdienen, ohne die User darüber zu informieren. Aber laut einem Interview des Wall Street Journal mit dem Pinterest Co-Founder Ben Silbermann hat Pinterest zahlreiche Refinanzierungsideen und man sei optimistisch, eine für Community und Pinterest gleichermaßen verträgliche Lösung zu finden.

Pinterest – Probleme mit dem Urheberrecht?

Kein Hype ohne Schattenseiten: Laut verschiedenen Rechtsexperten liegt in der Grundfunktionalität von Pinterest ein Problem: Pinterest erstellt anscheinend beim Pinnen von Inhalten eine Kopie des Inhaltes, anstatt einem Embed-Code oder Link. Wer also eine Grafik oder ein Foto pinnt, das nicht ihm selbst gehört oder wofür man über die notwendigen Nutzungsrechte verfügt, begeht eine Urheberrechtsverletzung. Rund um Pinterest ist eine neue Diskussion um eine dringend notwendige Reform des Urheberrechts entstanden. Wollen wir hoffen, dass dies zugunsten des massiv geänderten Informations- und Sharing-Verhaltens der Social Media-Nutzer geschieht.

Wer Pinterest ausprobieren möchte: Wir haben noch Einladungen übrig: Einfach hier bei diesem Blogbeitrag einen WordPress-Kommentar hinterlassen, wir senden die Einladung zu! Wir freuen uns auch über Feedback und Meinungen zu Pinterest.

Karim-Patrick Bannour

Mag. Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur viermalvier.at und gemeinsam mit Anne Grabs derAutor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" (erschienen bei Galileo Press). Er hält zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen oder für Organisationen wie WKO, WIFI und ÖHV.

16 Kommentare

  1. Die Grundidee hinter Pinterest ist schon fantastisch und da im WWW heute viel mehr Bilder und Videos genutzt werden, als noch vor 10 Jahren, liegen die Macher auch genau richtig.
    Da Thema Urheberrecht ist natürlich ein nicht zu unterschätzendes Thema und es liegt wohl im Interesse eines jeden Nutzers, sich damit auseinander zusetzen.

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