Neuer Facebook-Konkurrent: Soziales Netzwerk MINDS bietet Reichweite gegen gesammelte Punkte

Vor wenigen Tagen ging ein neuer Facebook-Konkurrent online: MINDS ist ein Open-Source-Netzwerk mit einem besonderen Anspruch: Anstatt unkontrollierbarer und undurchsichtiger Newsfeed-Algorithmen wie beispielsweise bei Facebook, setzt MINDS darauf, dass jeder User selbst die Kontrolle über seine Reichweite hat. Weiters wird laut Angaben der Betreiber von MINDS die Kommunikation zwischen zwei Usern im Messenger/Chat verschlüsselt, um so beispielsweise für mehr Datensicherheit zu sorgen. MINDS sieht sich selbst als DAS Netzwerk das Privatsphäre und Datenschutz hoch hält.

MINDS – neues soziales Netzwerk mit altbekannten Funktionen

MINDS verfügt über ähnliche Funktionalitäten und Inhaltstypen wie Facebook, Google+ und Twitter:

  • Fotos
  • Videos
  • Nur-Text
  • Links

Weiters gibt es Gruppen die man gründen oder denen man beitreten kann, sowie eine Messengerfunktion, die in die Plattform integriert ist. Jeder User hat einen eigenen Channel (der eigene Account mit den von ihm veröffentlichten Postings, z. B. mein Channel @karimbannour). Ähnlich wie auf Twitter und Google+ abonniert man andere User und kann wiederum von anderen MINDS-Nutzern abonniert werden. Es gibt eine Browser-Version und eine Smartphone-App jeweils für iOS und für Android.

Soziales Netzwerk MINDS

Punkte sammeln und gegen Reichweite einlösen

Jeder MINDS-User kann durch Interaktion auf der Plattform Punkte sammeln:

  • 100 Punkte für die Registrierung
  • 1 Punkt pro „Vote up“ (entspricht einem „Gefällt mir“ eines Beitrags im Newsfeed)
  • 10 Punkte pro Userabonnement (also wenn man einem User folgt)
  • weiters gibt es Punkte für Uploads, Swipes, usw.

Diese Punkte kann man dann gegen Reichweite einlösen, also ähnlich wie auf Facebook kann man die organische Reichweite erweitern, aber eben nicht mittels monetärer Bezahlung, sondern mit den vorher gesammelten Punkten.

Bei jedem eigenen Posting gibt es einen „Boost“-Button, nach dessen Klick man die gewünschte Punktezahl gegen die gleiche Anzahl „Views“ einlösen kann. Weiters kann man auswählen ob man den Beitrag im gesamten MINDS-Netzwerk pushen oder die Abonnenten eines bestimmten Channels bespielen möchte.

Mein erster Eindruck

Vom Aufbau ähnelt es anderen bekannten sozialen Netzwerken wie Facebook oder Google+ oder auch den direkten Mitstreitern ello oder tsu. Während die Browser-Variante halbwegs gut funktioniert (aber noch mit einigen Bugs ausgestattet), ist die von mir verwendete iOS-Version erstens extrem langsam und zweitens wirklich noch sehr fehleranfällig. Der Grundgedanke, jedem User mehr Kontrolle über die eigene Reichweite zu geben und die Plattform Open-Source aufzubauen, ist gut, es liegt aber noch viel Arbeit vor den Betreibern von MINDS. Ob das Punktesystem und der verstärkte Datenschutz wirklich so viele User anziehen und die kritische Masse erreichen lassen, ist fraglich. Immerhin hat MINDS laut Medienangaben die Unterstützung von ANONYMOUS.

Habt ihr „MINDS“ schon getestet? Wie seht ihr die Chancen von MINDS, die kritische Masse zu erreichen und ein ernstzunehmender Konkurrent von Facebook zu werden?

Karim-Patrick Bannour

Mag. Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur viermalvier.at und gemeinsam mit Anne Grabs derAutor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" (erschienen bei Galileo Press). Er hält zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen oder für Organisationen wie WKO, WIFI und ÖHV.

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