Kreative Nutzung von QR-Codes für Unternehmen

Auf den ersten Blick ist ein QR-Code „nur“ ein schlichtes Quadrat hinter dem sich Daten verbergen. Dass die Codes jedoch in den verschiedensten Bereichen zur kreativen Anwendung kommen, wollen wir Ihnen in diesem Blogbeitrag zeigen.

Wie funktionieren QR-Codes?

QR-Codes sind die „Weiterentwicklung“ von regulären 1D Strichcodes. Der Hauptunterschied ist, dass QR Codes mehr Informationen beinhalten können. Hinter einem 1D Strichcode verbirgt sich nur ein numerischer Wert (bspw. 123456)  und man benötigt eine Datenbank, um die Bedeutung herauszufinden. Ein QR-Code hingegen kann eine Vielzahl an unterschiedlichen Daten speichern, z.B. Kontaktdaten (Name, Telefone, Emails,…), geografische Standortdaten, Web- oder Videolinks ohne eine externe Datenbank. Einen QR-Code ist leicht zu erkennen. Er beinhaltet immer drei Quadrate in den Ecken.

Vorteile eines QR-Codes

Anstatt Informationen (z. B. URL, Daten einer Visitenkarte, …) in ein Endgerät wie beispielsweise ein iPhone einzutippen, scannt man den QR-Code. Man benötigt dafür lediglich ein Smartphone mit einer Kamera und einer entsprechenden App um den QR-Code einzuscannen. (siehe QR-Code-Reader für Ihr Smartphone) Mit Hilfe der Kamera wird der Code gescannt und die App am Handy analysiert bzw. decodiert den Code. Es gibt viele Möglichkeit QR-Codes online zu erstellen. Die durch Generatoren erstellten Codes können als Bild abgespeichert und beliebig weiterverarbeitet werden. Auf diese Weise kann man einfach eigene QR-Codes für beliebige Zwecke erstellen und via E-Mail, Facebook, Google+ versenden. Solche Codes funktionieren allerdings nur, wenn die Platzierung am richtigen Ort erfolgt. Hier können Sie Ihren eigenen QR-Code erstellen.

QR-Codes im Museum

Das Cleveland Art Museum etwa nutzte QR-Codes für eine Plakatkampagne, um auf Skulpturen einer laufenden Ausstellung aufmerksam zu machen. Interessante Mehrwert-Informationen lassen sich per QR-Code auf Flyern, im Museum, im Netz oder auf Plakaten für Museumsinteressierte mit einem Smartphone und einem entsprechenden QR-Code-Reader hinterlegen. Auch in der kleinen österreichischen Gemeinde Maria Saal hat sich das Freilichtmuseum, gemeinsam mit Schülern der HTL, via QR-Code daran gemacht, die Inhalte des Museums mithilfe neuer Technologien darzustellen. Neben einer QR-Code Schnitzeljagd wurde ein QR-Code-Wissensglossar erstellt, das Museumsbeschreibungen in verschiedenen Sprachen bietet. QR-Codes wurden beispielsweise an Schildern im Eingangsbereich angebracht. Diese beinhalten einen Link auf eine entsprechende Website, wo man sich je nach Einstellung Videos und MP3s anhören bzw. zusätzliche Infos vom aktuellen Exponat downloaden kann.

In Stuttgart hat die Staatsgalerie, begleitend zur Ausstellung von James Frazer Stirling, einen Rundgang durch eine Architekturlandschaft mit QR-Codes versehen, um genauere Infos zu Bauten zu erhalten. Die Anwendungsfelder von QR-Codes im Kunstbereich sind sehr vielfältig: Bewerbung von Ausstellungen oder Veranstaltungen, Hinterlegung von Zusatzinformationen zu Objekten oder Geocaching und Wissensakkumulation. In Derby, England, hat man QR-Codes für ein Museum erzeugt, über den die Nutzer Wikipedia-Artikel in ihrer jeweiligen Sprache aufrufen können.

QR-Codes in der Gastronomie

QR-Codes werden bislang in der Gastronomie eher selten genutzt. Dabei sind die Einsatzmöglichkeiten groß. Man kann etwa Hintergrundinformationen, für die kein Platz in der Speisekarte ist, via QR-Code hinterlegen. Denkbar wäre auch die persönliche Begrüßung des Kochs via Video, das in einem QR-Code hinterlegt ist. Zudem können Informationen wie Rezepte oder Nährwerte ganz einfach via QR-Code in der Speisekarte dargestellt werden.
Mehr Ideen wie Sie den QR-Code in der Gastronomie einsetzen können, finden Sie hier.

QR-Codes für personalisierte Geschenke/Nachrichten

Einen sehr ungewöhnlichen Heiratsantrag hat Jerry Harrison seiner Freundin Angie via QR-Code gemacht. Er generierte für sie eine QR-Code, der mit einem selbstgedrehten Video hinterlegt war, das am Ende Angie fragt, ob sie ihn heiraten will.

QR-Codes auf Kühen

Auch ein findiger französischer Bauer nutzte QR-Codes um mehr Aufmerksamkeit für seine Arbeit zu erhalten. Um mehr Leute auf seine landwirtschaftlichen Produkte aufmerksam zu machen, gestaltete er ein Spiel, bei dem QR-Codes auf seine Kühe aufgedruckt wurden. Wenn man den QR-Code scannte, wurde man direkt zu einem Spiel weitergeleitet. Man konnte dort T-Shirts oder selbsterzeugte Produkte des Bauern gewinnen. Mit dieser Aktion erreichte er in kürzester Zeit eine Vielzahl an Interessenten und erhielt großes Medienecho, das die Bekanntheit seines Betriebes ebenfalls steigerte. Es ging sogar so weit, dass manche Menschen direkt ins Feld, über den Zaun stiegen, um zu den Kühen bzw. QR-Codes zu gelangen.

QR-Codes für Kampagnen

Da in Schweden viele Jugendliche ungeschützt Sex haben, wurde mithilfe eines QR-Codes eine clevere Safer-Sex-Kampagne in Stockholm, die sich für den Gebrauch von Kondomen stark macht, umgesetzt. Dabei führte ein auf der Verpackung der ausgegebenen Kondome aufgedruckter QR-Code zu einem App-Download für Smartphones. Die App zeichnete dann Rhythmus, Lautstärke und die Dauer der „sexuellen Aktivität“ auf und stellte die Daten, anonymisiert, in kurvengrafischer Form auf der Website der Safer-Sex-Kampagne bereit. Da die User zusätzliche Informationen wie z.B. Haarfarbe, Lieblingsmusik oder Haustiere angeben konnten, entstanden äußerst humorvolle Statistiken, beispielsweise „Hundebesitzer schreien lauter als Katzenbesitzer“, die die Agentur für eine Plakatkampagne in Stockholm mit viel Erfolg einsetzte.

QR-Codes für Plakatwände

Sänger Kayne West nutzt QR-Codes ebenfalls, um den Download seiner Musik zu bewerben bzw. auf sein neues Album hinzuweisen. Er platziert den Code ganz einfach auf riesigen Plakatwänden.
QR-Codes können auch Ausgangspunkt für komplexe Kampagnen sein. Tesco hat etwa in Südkorea, wo man mithilfe von QR-Codes an einer U-Bahn-Haltestelle virtuell einkaufen kann, eine bemerkenswerte Image-Kampagne geschaffen. User können beim Warten auf die nächste U-Bahn aufgemalte Produkte bzw. deren QR-Codes scannen und diese werden ihnen dann unkompliziert nach Hause geschickt.

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QR Reader für Ihr Smartphone:

iPhone: http://itunes.apple.com/app/qrafter-the-ultimate-qr-code/id416098700

Black Berry: http://appworld.blackberry.com/webstore/content/13962

Android: https://market.android.com/details?id=la.droid.qr

 

Haben Sie schon Erfahrungen mit QR-Codes sammeln können oder kennen weitere kreative Umsetzungen? Wir freuen uns auf Ihren Input!

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl hat Kommunikationswissenschaften studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Onlinekommunikation und Social Media. Sie ist Geschäftsführerin der Social-Media-Agentur viermalvier.at und berichtet im Blog regelmäßig über aktuelle Themen zu Facebook, Instagram, Social Media und Video.
Elisabeth Vogl

Ein Kommentar

  1. QR-Codes werden neuerdings stumpf in die klassische Kommunikation eingestempelt, selbst bei kaum vorhandener Akzeptanz der User. Wenn es um die Vernetzung von Offline zu Online geht, und da werden QR-Codes heute in großem Anteil eingesetzt, gibt heute aber bessere – weil intuitivere – Systeme, die ohne Codes auskommen. Schauen Sie rein: http://www.brandcapture.org/

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