Im Test: Defensio – der Spamfilter für Facebook-Seiten

Viele Betreiber von Facebook-Seiten klagen in letzter Zeit über massiv vermehrtes Auftreten von Spambeiträgen auf der Seitenpinnwand. Uns geht es genauso. Auf unserer Social Media Tipps-Seite beispielsweise tauchen pro Tag mehrere Spamposts auf, meist von Fanprofilen ohne Foto und Leben dahinter, immer mit ähnlichen Themen wie „4000 USD in 1 Woche verdienen“, meistens auf Englisch. Auch wenn das Löschen der Beiträge an sich nicht aufwändig ist, kostet es Zeit und Nerven und die Spams verstören den einen oder anderen Seitenbesucher, der sich eigentlich über die Seite informieren möchte.

Facebook selbst experimentiert laut AllFacebook gerade mit einem Spamfilter für Facebook-Seiten, dessen Funktion noch nicht genauer bekannt ist. Es dürfte also allgemeiner Konsens sein, dass dringender Handlungsbedarf herrscht.

Vor einigen Wochen sind wir auf einen neuen Service gestoßen, der uns Seitenadministratoren beim Kampf gegen Spam helfen soll: Defensio Social Web Security. Dabei handelt es sich um eine Art Antispam, Antivirus und Malware-Protection für Websites, Blogs, und auch für Facebook-Profile und -Seiten. Vor allem für die Facebook-Security-Funktionalitäten interessierten wir uns im Besonderen. Wir haben es nun einige Wochen getestet und möchten hier einen kurzen Funktionsüberblick bieten.

Erfreulicherweise gibt es ein kostenloses Starterpaket, das sich für erste Tests sehr gut eignet, ohne sich gleich in große Unkosten stürzen zu müssen (immerhin kostet das Professional-Paket 1.499 USD/Jahr).

Für Facebook gibt es eine eigene App von Defensio, der man den Zugriff auf die eigenen Seiten erlauben muss. Dann kann man die gewünschte(n) Facebook-Seite(n) hinzufügen und von Defensio überwachen lassen.

Eine oder mehrere Facebook-Seiten können in die Überwachung durch Defensio eingetragen werden
Eine oder mehrere Facebook-Seiten können in die Überwachung durch Defensio eingetragen werden

Wie funktioniert das dann genau? Jedes Mal, wenn Defensio auf der überwachten Seite einen potenziellen Spambeitrag oder -kommentar entdeckt, schickt es an die E-Mail-Adresse des Administrators ein E-Mail mit dem Spamhinweis und einem direkten Link, um den Spam zu löschen (so haben wir es zumindest konfiguriert, man kann das E-Mail auch deaktivieren und die Spams automatisch löschen lassen).

Defensio schickt ein E-Mail, wenn es einen potenziellen Spambeitrag oder -kommentar auf der Facebook-Seite entdeckt hat
Defensio schickt ein E-Mail, wenn es einen potenziellen Spambeitrag oder -kommentar auf der Facebook-Seite entdeckt hat

Und tatsächlich hat Defensio in der Testphase mehr als 90 % der Spambeiträge entdeckt und uns per Mail darüber verständigt. In der Facebook-Applikation werden alle Spambeiträge aufgelistet und können, ähnlich wie in vielen Mailprogrammen, als Spam gelöscht oder als „Nicht-Spam“ deselektiert werden.

Im Moderationspanel werden alle potenziellen Spams aufgelistet
Im Moderationspanel werden alle potenziellen Spams aufgelistet

Neben der Spamerkennung kann man auch URLs aus bestimmten Kategorien oder Skripts blocken lassen. Die Kategorien (beispielsweise zu Websites mit als rassistisch oder pornografisch klassifizierten Inhalten) können einzeln ausgewählt werden.

Nun ist die Zahl der Spambeiträge auf den vielen mehrheitlich kleineren Facebook-Seiten meistens relativ gering und ein Tool wie Defensio für diese Seiten nicht unbedingt notwendig: Als Seitenbetreiber sollte man sowieso jeden Tag mindestens einmal auf die eigene Facebook-Seite schauen und auf Fragen, Kommentare und andere Interaktionen von Fans checken. Aber jeder Seitenadministrator, der am Tag Dutzende Spampostings pro Seite bekommt und mehrere Seiten verwaltet, wird vor allem über jene Einstellungsmöglichkeit nachdenken, Spams automatisch löschen zu lassen.

Zumindest die Erfahrung der letzten Wochen zeigt, dass die Applikation sehr zuverlässig arbeitet. Ob man seine Facebook-Seiten völlig automatisiert in die Hände von Defensio geben kann und möchte, bleibt jedem selbst überlassen. Die Gefahr besteht natürlich, dass der eine oder andere „echte“ Kommentar oder Fanbeitrag auch automatisch gelöscht wird. Wir können auch noch keine Aussagen treffen, inwieweit sich das kostenlose Einsteigerpaket in Funktion und Zuverlässigkeit von den Bezahlvarianten unterscheidet.

Wie geht es Ihnen mit Spams auf Ihrer Facebook-Seite? Haben Sie schon über das eine oder andere Antispam-Produkt nachgedacht oder bereits eines ausprobiert? Wir freuen uns über Erfahrungswerte und Kommentare.

Karim-Patrick Bannour

Mag. Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur viermalvier.at und gemeinsam mit Anne Grabs derAutor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" (erschienen bei Galileo Press). Er hält zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen oder für Organisationen wie WKO, WIFI und ÖHV.

2 Kommentare

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.