Nach wochenlanger und intensiver Kritik an Facebook im Rahmen der Einführung von “Open Graph” und dem sogenannten “Pilotprojekt zur umgehenden Personalisierung” hat Facebook nun reagiert und heute neue Privatsphären-Einstellungen vorgestellt. Immerhin wurde in diversen Gruppen und Foren sogar zu einem “Facebook Exodus Day” aufgerufen, der am 31. Mai 2010 stattfinden soll.
Neben den bereits bekannten Funktionen, über die man schon bisher die Privatsphären-Einstellungen beispielsweise für Kontaktdaten, Pinnwandbeiträge oder Anwendungen definieren konnte, gibt es einige Neuerungen:
- Es gibt eine einfache Einstellungsmöglichkeit, um die Sichtbarkeit bzw. den Zugang zu eigenen Inhalten für “Freunde”, “Freunden von Freunden”, oder “Alle” zu steuern. Diese Einstellung wirkt sich auf bereits früher veröffentlichte Beiträge genauso aus wie auf alle zukünftigen Inhalte, die man in Facebook veröffentlicht.
- Eine einfache Konfiguration um einzustellen, wie man zukünftig von anderen Facebook-Usern gefunden werden kann, und welche Informationen diese User (mit denen man noch nicht auf Facebook befreundet, sprich verbunden, ist) sehen können
- Eine Einstellung, mit deren Hilfe man steuern kann, ob die eigenen Freundeslisten und abonnierte Fanseiten (bei denen man “Gefällt mir” gesagt hat) für andere sichtbar sind oder nicht
Dazu wurde von Facebook auch ein Video mit Erklärungen durch den Facebook-CEO Mark Zuckerberg veröffentlicht. Facebook möchte hiermit der Kritik entgegenwirken und dem User mehr und einfachere Möglichkeiten in die Hand geben, um selbst zu entscheiden, ob und welche Informationen mit anderen Facebook-Usern, mit Websites und Applikationen geteilt werden.
Einer der großen Kritikpunkte war und ist ja der Bereich der “Umgehenden Personalisierung”: Dabei gehts um Websites, die die öffentlich zugänglichen Informationen des Facebook-Users nutzen, um ihre Website zu personalisieren und auf den Websitebesucher abzustimmen. Das stieß von Anfang an auf massive Kritik, auch auf internationaler Ebene. Standardmäßig war die Option, dass man als Facebook-User diesen ausgewählten Websites erlaubt, auf die eigenen öffentlichen Daten zuzugreifen, aktiviert. Es bleibt die Frage, ob dies so bleibt oder nicht, und ob mit den neuen Features nun Ruhe einkehrt.
Laut diversen Quellen sollen die neuen Privatsphären-Features in den nächsten Wochen für die User verfügbar sein. Facebook wird alle User über die neuen Features informieren. Wer schon vorab mehr wissen möchte, kann dies im neuen Privatsphäre-Leitfaden tun, inklusive ausführlicher Beschreibung und Screenshots. Einen guten Artikel gibts auch von AllFacebook (auf Englisch).

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