Best Practice: So startest du deine erste Kooperation auf TikTok

Heute wollen wir mit Digital-Expertin Barbara Ginzinger von der Onlinemarketingschmiede über ihre ersten Kampagnen-Erfahrungen auf TikTok sprechen. Sie beschäftigt sich seit vielen Jahren u.a. mit Social Media, Content Produktion und hat zahlreiche erfolgreiche Digitalkampagnen für namhafte Kunden in den letzten Jahren umgesetzt.

Liebe Babsi, ihr habt mit einem ungewöhnlichen Produkt, nämlich Zahnstocher mit Geschmack (Zunder), erste spannende Erfahrungen auf TikTok sammeln können. Wie seid ihr auf die Idee gekommen die Produkte dort zu promoten?

Zunder ist ein junges Unternehmen, welches Zahnstocher mit Geschmack anbieten. Die Zielgruppe sind hauptsächlich junge Männer im Alter von 13 bis 30 Jahre. Wir haben schon öfter Influencer-Kampagnen oder Kooperationen auf Instagram umgesetzt, da kam die Idee das einmal auch auf TikTok auszuprobieren.

Wir sind auf Instagram und TikTok immer wieder mit kleineren und größeren Influencern in Kontakt. Dabei ist uns Domishy, ein junger Mann der generell ein Zahnstocherfan ist, aufgefallen. Er hat viele Follower auf TikTok und Instagram und somit war er quasi ein perfekter Match für unsere Produkte.

Wir haben einen Probedurchlauf gestartet und ihm einige Produkte zum Testen geschickt, ihm sonst keinerlei Vorgaben gemacht und alle Freiheiten gelassen.

Zunder: Zahnstocher mit Geschmack. Foto: Screenshot TikTok

Wie war der Response? Wie wurden die Zahnstocher angenommmen und wie habt ihr die für euch relevante Zielgruppe auf TikTok gefunden?

Der Fit war super, weil Domishy generell schon großer Zahnstocher-Fan war und persönlich sehr begeistert von den Geschmacksrichtungen ist. Die Zahnstocher gibt es in den Sorten Lime, Zimt, Minze, uvm. TikTok Influencer Domishy hat sich einzelne Geschmacksrichtungen herausgepickt und in Videos vorgestellt. Der Response war enorm. Nicht nur die Videoaufrufe waren sehr hoch, auch die Interaktionsrate war sehr sehr gut. Es gab sehr viele Fragen der User zu den Produkten und Geschmacksrichtungen. Zu diesem Zeitpunkt hatten wir noch keinen eigenen TikTok-Account und so hat Domishy selbst geantwortet, auf unseren Instagram-Account verwiesen, bzw. in einer Instastory auf unseren Onlineshop verlinkt. Das Resultat war eine Vielzahl an Kommentaren und konkreten Anfragen via Direct Message und es gab auch einen deutlichen Anstieg der Verkäufe im Onlineshop.

Insgesamt konnten wir alleine durch die Zusammenarbeit mit Domishy über 500.000 Views auf TikTok erzielen.

https://www.tiktok.com/@domishy

https://www.instagram.com/domishyy/

Der deutsche Inlfuencer domishy testete die Zahnstocher. Der Response war enorm. Foto: Screenshot TikTok

Was sind eure Learnings? Gibt es Dos & Donts?

Der Start auf TikTok ist noch ein wenig herausfordernd, gerade wenn man privat nicht intensiv auf TikTok aktiv ist. Es ist ein erstes Herantasten weil alles noch so neu ist und sich die Plattform auch recht dynamisch verändert. Ich glaube unser wichtigstes Learning war, einfach mal auszuprobieren und zu schauen was passiert. Wichtig ist, und da hatten wir echt Glück und das richtige Händchen, den passenden Influencer zu finden. Dieser muss zur Marke passen, vertrauenswürdig sein und Reichweite haben. Und man braucht natürlich auch einen guten Hashtag, der zur Challenge oder Kampagne passt.

DOs & DONTs

+ Testen und lernen
+ es muss nicht jedes Unternehmen sofort auf TikTok präsent sein – die Nutzer sind aktuell (noch) sehr jung, daher bietet sich der Kanal va. für Unternehmen/Produkte mit einer ebenfalls jungen Zielgruppe an
+ einen Testballon über eine Influencer-Kooperation zu starten ist sicher ratsam

– einfach irgendwelche Videos hochzuladen, ohne die Eigenheiten der Plattform zu kennen
– ohne sich vorher mit Sprache, Musik und Inhalten auf TikTok zu beschäftigen macht keinen Sinn

Barbara Ginzinger von der Onlinemarketingschmiede im Gespräch mit Lilli Vogl über das Potential von gut umgesetzten TIkTok-Kampagnen. Foto: viermalvier

Wie hat die Zusammenarbeit mit Influencern funktioniert?

Die Zusammenarbeit war eigentlich recht unkompliziert. Junge Influencer, die noch nicht so lange im Business sind, kommunizieren meist ganz formlos, gerne direkt auf den Plattformen, meist über Direct Messages.

Wichtig ist, klare Vereinbarungen zu treffen, weil die Nutzer und Influencer auf TikTok nach meiner Erfahrung derzeit noch wenig sensibilisiert für die Regeln und Vorgaben im Social Media Marketing sind – also z.B. Beiträge als Werbung zu markieren. Aber: die Zusammenarbeit macht großen Spaß, denn sie sind schnell, spontan und kreativ!

Hast du einen Tipp um erste Kampagnen auf TikTok für Unternehmen zu starten?

Ich empfehle mit einer Influencer-Kampagne zu starten, bevor man seinen eigenen Content für eine neue Plattform wie TikTok produziert. Über diesen Kooperationsweg kann man Inhalte testen und dann weiterschauen mit welcher Strategie man starten will. Im Moment ändert sich die Plattform ständig, was aber auch viel Potential bereithält. Gerade wurden die Self-Service-Ads in vielen Ländern gestartet, da wird jetzt einiges passieren.

 

Und zum Schluss: Welchen Accounts folgst du privat? Welche Empfehlungen oder Best Practice Beispiele hast du für uns?

Es gibt einen spannenden Account aus der Schweiz, der nennt sich swisspublichealth. Dort wurde während des Corona-Lockdowns ganz interessant zu den Themen Sicherheits- und Hygienemaßnahmen kommuniziert, also wie man sich begrüßen oder verhalten soll. Und das österreichische Rote Kreuz macht das eigentlich auch ganz gut. Da sieht man, dass die Plattform durchaus mehr zu bieten hat als lustige Musikvideos oder Blödeleien von Teenagern.

 

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl

Elisabeth Vogl hat Kommunikationswissenschaften studiert und beschäftigt sich seit vielen Jahren mit den Themen Onlinekommunikation und Social Media. Sie ist Geschäftsführerin der Social-Media-Agentur viermalvier.at und berichtet im Blog regelmäßig über aktuelle Themen zu Facebook, Instagram, Social Media und Video.
Elisabeth Vogl

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