3 wichtige Änderungen für Facebook Fanseiten-Betreiber

Neben den bereits erwähnten und seitens Facebook umgesetzten Policy-Einstellungen für die User, hat Facebook bereits im Herbst 2009 einige Änderungen für Fanseiten angekündigt, die vor allem Fanseiten-Betreiber betreffen werden, die diverse Gewinnspiele und Contests über die Fanseite geführt haben oder erst umsetzen möchten.

  1. Alle Spiele/Gewinnspiele/Contests, die auf einer Fanseite betrieben werden, müssen vollständig in einer eigenen Applikation laufen und vorab von Facebook akzeptiert werden. Das bedeutet tatsächlich, dass man mit Facebook diesbezüglich Kontakt aufnehmen und das OK holen muss. Nicht mehr erlaubt sind beispielsweise Contests mit folgenden Teilnahmebedingungen:
    – Sogenannte „Status Update“ Contests, wo die User auf Ihrer eigenen Pinnwand oder auf der Pinnwand der Fanseite, Pinnwandeinträge mit bestimmten Inhalten oder innerhalb eines bestimmten Zeitraumes schreiben müssen, um am Contest teilzunehmen
    Foto-Contests, wo User aufgerufen werden, auf Ihrer Pinnwand ein Foto zu einem bestimmten Thema zu posten und sich und die Fanseite auf dem Foto zu markieren (an sich ein sehr gutes Mittel für die virale Verbreitung einer Fanseite und eines Contests)
    – Alle anderen Formen von (Gewinn-)Spielen, bei denen User als Teilnahmebedingung Kommentare abgeben müssen
  2. Fanseitenbetreiber dürfen als Teilnahmebedingung voraussetzen, dass der User zuerst Fan der Fanseite wird. Facebook selbst sagt, dass das nie verboten war, aber nun explizit ausgesprochen wurde.
  3. Die Pixelbreite der FBML-Seiten oder Tab-Applikationen wird von 760 Pixel auf 520 Pixel eingeschränkt. Für zukünftige Contests kein Problem, für bestehende allerdings ein erneuter Umstellungsaufwand, damit Design und Usability noch wie gewünscht funktionieren. Was Facebook mit dem freigewordenen Platz vorhat, ist noch nicht ganz klar, natürlich denkt man da als erstes an Plätze für Ads und Banner.
    UPDATE: Gerüchteweise wird die Pixelbreitenänderung vorerst nicht durchgeführt. Warten wir es also mal ab. Genaueres berichten wir, wenn wir mehr dazu wissen.

Facebook scheint hier auf verschiedene Experimente zu reagieren, mit denen große und kleine Fanseiten versucht haben, ihre Fanzahlen mittels viraler Methoden zu steigern. Leider schränkt das auch die Kreativität und die Möglichkeiten ein, über besonders erfolgreiche Contests auch viele Fans zu gewinnen. Aber langfristig gesehen ist diese Policy-Änderung verständlich, weil es sich auf die Quantität und somit auch auf die Qualität des News-Feeds auswirken würde. Viele weiterführende Infos zum Thema Facebook finden Sie auch auf den Seiten von InsideFacebook.com.

Nachtrag des Autors: Die Guidelines für Contests auf Facebook findet man auf http://www.facebook.com/promotions_guidelines.php

Karim-Patrick Bannour

Mag. Karim-Patrick Bannour ist Gründer und Geschäftsführer der Social Media Marketing Agentur viermalvier.at und gemeinsam mit Anne Grabs derAutor des Social Media Marketing Bestsellers "Follow me!" (erschienen bei Galileo Press). Er hält zahlreiche Vorträge, Seminare und Workshops in Unternehmen oder für Organisationen wie WKO, WIFI und ÖHV.

3 Kommentare

  1. Jetzt frage ich mal ketzerisch: Hat irgend jemand von euch auf eine solche Anfrage schon mal eine Antwort von Facebook bekommen, die nicht aus den Standard-FAQ kommt? Und die noch spannendere Frage, WIE darf/soll/kann man denn mit FB Kontakt aufnehmen?

    Aus Sicht von FB zwar klar nachvollziehbar: Die wollen gerade an die zahlungskräftigen Fanpagebetreiber Social Ads verkaufen. Ich persönlich finde es schade – gerade solche Contests waren ein günstiges und auch witziges Mittel, die Fans (alte wie neue) bei Laune zu halten.

    1. @Tom: Das ist eine gute Frage! Wir hatten schon mal eine Support-Anfrage an Facebook, die mittels FAQ nicht lösbar war, und es wurde mit einiger Verzögerung auch geantwortet, und man hatte den Eindruck, dass es keine Baukastenprinzip-Antwort war. Wir werden sehen, wie es den Entwicklern und Agenturen dabei geht. Ganz sicher werden sich aber immer neue Schlupflöcher auftun, weil die Kreativität der Masse einfach stärker und schneller ist als die Regulierungspower einer einzelnen Institution, die tendenziell mehr reaktiv als aktiv ist.

  2. Danke für die Zusammenfassung!
    Für mich sieht das ein bisschen nach Katz- und Mausspiel aus. Die Kreativen denken sich irgendwelche viralen Spielchen aus und facebook sagt: nein! Bin gespannt, was als Nächstes verboten wird.

Kommentar hinterlassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

* Die Checkbox für die Zustimmung zur Speicherung ist nach DSGVO zwingend.

Ich stimme zu.